5000km!

View in Erzurum, dramatic clouds and big mountains
View in Erzurum, dramatic clouds and big mountains
I am in Erzurum and I feel quite happy about it. It's 650km from Erciyes and I covered that distance in 4.5 days.
Ich habs tatsächlich bis Erzurum geschafft und mir zu Belohnung des Tages ein Zimmer genommen. Das Wetter ist nicht so toll heute und immerhin bin ich in 4,5 Tagen 650km gefahren, vom Erciyes Dagi bis hierher. Bis Dogubayazit sind es noch 270km. Ich will es in 2 Tagen schaffen. 
Erzurum has a ski area (Palendöken) and I am sure they have many tourists over here but the place feels really authentic. There are plenty of tiny shops and the food is amazing and cheap.
Ich bin froh hier zu sein. Obwohl es ein relativ berühmtes Skigebiet (Palandöken) und somit wohl recht viele Touristen gibt, ist es hier nur wenig touristisch. Es gibt unzählige kleine Geschäfte und eine Vielzahl an sehr guten und günstigen Restaurants.
Die Stadt ist recht groß (über 400000 Einwohner) und liegt auf 1900m Meereshöhe zwischen hohen Bergen. Es ist etwas kälter als ich es von den letzten Tagen gewohnt bin. Bars gibt es auch hier nicht, aber ich konnte endlich etwas Bier auftreiben und gucke jetzt Fußball im Hotelzimmer.
The place is a bit odd; quite big with 413000 inhabitants and it's at an altitude of 1900m. It's rather cold up here and the weather is very unstable with crazy thunderstorms, I am happy I chose a hotel for tonight. I can also watch the Europa League final and I have been successful in my quest to find beer. Really, it's difficult, feels illegal too. I had to ask my way around and out of ten people 9 would say 'no, no birra' and the tenth would point me in a direction. There are no bars. I have to drink alone in front of the TV. I'm really looking forward to Georgia but it'll be a while. I could be there soon but I have made it my mission to get to Mount Ararat. It's a huge detour but it's the highest mountain of Turkey. The worst thing is that I (probably) won't be able to climb it. No access for tourists currently, it's at the border with Armenia and there is some conflict, I don't know.
After Ararat I plan to cycle north, to Kars, and then towards the Kaçkar mountains. I've heard good things about that area I'd like to climb Mount Kaçkar, the 4th highest mountain of Turkey. Afterwards I plan to enter Georgia at the town of Batumi.

5000km picture
5000km picture

Heute habe ich die 5000km durchbrochen. Ein tolles Gefühl, dazu noch rund 47000hm.
Die letzten Tage, im Prinzip seit Aksaray, hatte ich echt Glück mit dem Wetter: Schön sonnig, aber nicht zu viel davon. Und trocken. Dazu mächtig Rückenwind. Leider hat mich das Glück im Moment verlassen und ich kämpfe gegen starken Gegenwind und ständige Regenschauern an. Jetzt gerade, wie ich hier diesen Text in mein Handy tippe, habe ich Unterschlupf in einer verlassenen Tankstelle gefunden.
Ich will noch bis nach Erzurum kommen, das sind noch rund 45km. Es soll eine interessante Stadt sein und es lohnt sich, dort zu übernachten. Zudem sind es von dort 270km bis Dogubayazit. Morgen soll es wieder Westwind geben, da sollte ich die Strecke in 2 Tagen schaffen.

Beautiful scenery in the turkish mountains
Beautiful scenery in the turkish mountains
The road infrastructure here is impressive. Wide and modern streets. And only a few cars. Great for enjoying the wonderful nature and weather.
Die tollen Straßen hier, vierspurig plus riesigem Seitenstreifen, lassen einen die tolle Natur und das perfekte Wetter richtig genießen. 
Food in Erzurum, lots of sweets :)
Food in Erzurum, lots of sweets :)
One thing that bugs me is that there are no price tags most of the time. It happens that prices vary a lot for one and the same thing so in shops I walk around and ask the prices for almost anything that I might buy. I must be a hell of a customer but it annoys me just as much.
Preisschilder gibt es hier selten. Vor allem in Restaurants nervt mich das gewaltig, da die Preisspannen enorm sind. Qualität oder Ambiente ist dabei offenbar kein Preiskriterium. Auch in Shops kommt es vor, dass ich für das gleiche Produkt unterschiedliche Preise bezahle. Ich frage jetzt bei fast jedem einzelnen Kauf vorher nach, auch wenn es die Leute im Geschäft nervt.
8 punctures so far!
8 punctures so far!
Mittlerweile bin ich bei 8 Platten. Gestern hatte ich gleich 2 am Vorderrad. Einer wurde durch einen Glassplitter verursacht, bei dem anderen weiß ich es nicht. Von den pannensicheren Reifen halte ich gar nix. Wenigstens konnte ich neue Schläuche auftreiben.
After 2 more punctures I decided to stock up on tubes. Very disappointed about the puncture proof tyres. I'm looking to change to a different brand asap.

Cappadocia - Höhlen im Fels
Cappadocia - Höhlen im Fels

Rückblick: Nach der Besteigung von Hasan Dagi musste ich mich um mein kaputtes Hinterrad kümmern. In Aksaray konnte mir niemand helfen, so fuhr ich am nächsten Morgen mit dem Bus nach Konya. Eine interessante Stadt mit 1,3 Millionen Einwohnern. Ich hatte aber keine Lust auf Sightseeing und war froh, dass mir tatsächlich jemand mit der Felge helfen konnte.
Ehe ich wieder in Aksaray ankam, war es zum Weiterfahren zu spät und ich musste eine weitere Nacht in der Absteige verbringen.
Am nächsten Morgen hatte ich zunächst einen Platten, zur Abwechslung vorne. Zu allem Übel ist auch noch sämtliche Musik von meinem Handy verschwunden (mittlerweile wieder okay).
Dafür fuhr ich bei guten Windbedingungen durch das wunderschöne Cappadocia.
Ich hab rund 170km geschafft und war bis an den Fuß vom Berg Erciyes gekommen (höchster Berg Zentral-Anatoliens, 3917m).
Der Berg hüllte sich den ganzen Tag in eine dunkle Wolke, dazu der starke Wind, eine erfolgreiche Besteigung schien sehr unwahrscheinlich.
Ich hab in einem Park übernachtet. Hier gab es kleine Schutzhütten, die offenbar auch der ansässigen Jugend beliebt sind. So hatte ich bald Gesellschaft. Es hat mich allerdings genervt, da hier alle nichts als türkisch sprechen und ich lieber schlafen wollte.

Erciyes Dagi unter einer riesigen Wolke :(
Erciyes Dagi unter einer riesigen Wolke :(

Früh am nächsten Tag bin ich dann aber wie geplant die Pass-Straße zum Erciyes hoch geradelt. Ich war überrascht, dass eine der Gondeln im Skigebiet in Betrieb war. Ich bin zur Station und wurde auf ein herzhaftes Frühstück eingeladen. Die Jungs waren selbst schon auf dem Erciyes und haben bestätigt, dass es bei den momentanen Bedingungen fast unmöglich ist den Berg zu besteigen. Schade, aber ich wollte wenigstens etwas wandern. So konnte ich mein Bike und Gepäck in der Gondel-Station lassen und durfte sogar umsetzt hochfahren. Insgesamt war ich 3 Stunden wandern, bei dem Sturm hat mir das gereicht. Sehr schön ist es dort und die Infrastruktur des Skigebiets ist top-modern. Sollte man sich mal im Winter anschauen.
Da es erst Mittag war, beschloss ich, den Rückenwind auszunutzen und weiter gen Osten zu kommen. Ich erwartete jetzt das richtige Abenteuer im türkischen Hinterland und schaffte immerhin noch knapp 100km.
Die Bedingungen am nächsten Morgen schienen optimal: Sollte ich heute die 200km knacken?
Kurz nach 11 Uhr hatte ich bereits 100km geschafft. Leider ist auch eine Speiche gebrochen und ich wollte die Chance nutzen, den Schaden in Sivas zu beheben. Ich fand den unaufgeräumtesten Fahrradladen der Stadt und letzten Endes wurde der Schaden erfolgreich behoben. Ich wurde noch zum Essen eingeladen und das Ganze dauerte dann fast 2,5 Stunden. Ich hatte auch direkt beim Weiterfahren Panne, auf dem frisch reparierten Hinterrad. Kein Wunder, so chaotisch wie die 'Reparatur' war. Ich hab den Platten selbst repariert, in neuer Rekordzeit: 21 Minuten vom Anhalten bis zum Losfahren; am längsten dauert das Be- und Entladen des Bikes.
Bis zum Abend bin ich immerhin noch auf 183km gekommen.
Ein Gewitter zog auf und ich suchte Schutz auf einer Baustelle. Die Arbeiter waren begeistert von meinem Erscheinen und ich bekam erstmal was zu Essen. Mit Hilfe von Google Translate (keine große Hilfe) hab ich von meiner Reise erzählt und Fotos gezeigt. Mir wurde ein Bett angeboten und meine Sachen wurden gewaschen. Ich nahm das Angebot an, mich zu waschen. Ich wusste nicht was vor sich ging und wir fuhren gut 20 Minuten durch die Stadt Zara, zu einem HAMAM! Wer hätte das gedacht, Wahnsinn.
Auf dem Rückweg sah ich ein Geschäft, das Bier verkauft. Ich hatte schon seit Tagen keins mehr getrunken, denn es ist nicht so leicht hier eins zu bekommen. Ich hatte aber mein Geld auf der Baustelle gelassen, ich wusste ja nicht dass wir in die Stadt fahren. Es wäre unangemessen gewesen, nach Geld für Bier zu fragen.

I found beer, happy 5000km to me!
I found beer, happy 5000km to me!

Das muss für heute reichen. Bis bald, Martin 


That's all for today, I'll enjoy my beer and the football now. Thanks for reading!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0