Eindrücke von David - Teil 7

Parkanlage in Brasov
Parkanlage in Brasov

Tag 25 (18.04) Ruhetag Brasov

Heute hatte auch Martin einmal Ruhetag und beschloss auf die Hügel neben der Stadt zu gehen und den tollen Ausblick zu genießen. Da die Hügel für mein Knie nicht in Frage kamen, schlenderte ich ein wenig ins Zentrum. Vielleicht gab es ja dort irgendwo neues Tape für mein Knie. Auf meiner Odyssee war ich in 9 Apotheken und 3 Sportläden bis ich den entscheidenden Tipp bekam, der mich in eine kleine Seitengasse zu einem Laden führte, wo ich tatsächlich fündig wurde. Ich schlenderte noch ein wenig durch die Parkanlagen der Stadt und begab mich dann auf den Rückweg. Da fiel mir ein kleiner Japaner auf. Ich liebe japanisches Essen! Auch Martin war nicht abgeneigt und so kehrten wir zum Abendbrot dort ein. Ich bestellte Tempura. Ein vegetarisches Gericht, bestehend aus Schrimps, diversen Gemüse und Reis. Martin hatte sich ein Menü ausgesucht. Wir teilten alles brüderlich und waren sehr zufrieden.

Käfer auf unserem Balkon
Käfer auf unserem Balkon

Tag 26 (19.04) Brasov (ROU) - Sambata (ROU)

Distanz: 92,5 km

Ziel des Tages war Sambata. Ein Dorf am Fuße des Moldoveanu, dem höchsten Berg von Rumänien. Die Hälfte der Strecke war schon nach 2 Stunden geschafft. 50 km flaches Terrain ohne Gegenwind schafften wir inzwischen spielerisch. Wir stärkten uns noch mit einem Omelett bevor wir die 2. Hälfte der Tagestour in Angriff nahmen. Auf den letzten 30 km hatten wir den schlimmsten Gegenwind, der bis dahin gefahrenen Tour und es ging leicht nach oben. Mir kam es vor, als würde ich auf der Stelle fahren. Aber auch das letzte Stück war irgendwann vorbei und wir erreichten die Unterkunft. Florin, der Besitzer der Pension, schenkte uns erstmal einen Kalinka ein, um uns herzlich zu begrüßen. Er malte Martin die Wege zum Gipfel des Moldoveanu auf und ließ Bohnensuppe und Schnitzel für uns auftischen. Der Gemeinschaftsraum hatte ein Smart-TV. Da Dienstag war, beschlossen wir, abends eine neue Folge "Better call Saul" zu schauen. Leider werden die neuen Folgen in Rumänien einen Tag später ausgestrahlt. Nicht so schlimm dachten wir uns, es war sowieso schon ziemlich spät und so blieb zumindest etwas Vorfreude. Ich ging nochmal kurz auf den Balkon, um in den Sternenhimmel zu schauen. Auch den Käfern schien es auf unseren Balkon gut zu gefallen.

Letzte Grüße vom Sporttherapeuten
Letzte Grüße vom Sporttherapeuten

Tag 27 (20.04) Ruhetag Sambata

Distanz: 59,6 km :-)

Martin machte sich auf zum Moldoveanu, während ich zu einem größeren Touristikkomplex mit Kloster ging, der gleich um die Ecke war. Naja, Klöster sind eigentlich ziemlich langweilig für mich und so entschied ich mich etwas zu tun, was ich lange nicht getan hatte. Fahrrad fahren! Ich wollte in Faragas (ca. 30 km entfernt, nächstgelegener Geldautomat) etwas Geld abheben und zudem sollte es dort einen Sporttherapeuten geben. Unter der angegebenen Adresse fand ich leider nur einen Friseur, der mir aber eine neue Adresse gab. In einem alten Neubaugebiet musste ich mich dann lange durchfragen, bis ich die Adresse fand. Eine Klingel gab es nicht, aber eine Dame im Erdgeschoss zeigte mir eine 2, nachdem ich ihr den Namen des Sporttherapeuten zeigte. Also klopfte ich in der 2. Etage und hatte Glück. Er war da! Englisch oder Deutsch konnte er nicht, aber mit ein wenig Zeichensprache zeigte ich ihm, dass ich Schmerzen im Knie hatte. Er deutete auf eine Pritsche im nächsten Zimmer und schon ging die Behandlung los. Er war Armdrücker und hatte riesige Pokale von internationalen Wettbewerben in dem Zimmer stehen. Er schien einer der besten Armdrücker von Rumänien zu sein. Aller 2 Minuten guckte er am Fenster, ob mein Fahhrad noch da ist. Er gab mir mit dem international anerkannten Verschwindibus-Zeichen zu verstehen, dass sich hier in der Gegend Sachen wie von Zauberhand sehr schnell in Luft auflösen können. Seine Massagetechniken waren sehr gut. Er beherrschte einige chinesische Therapiemethoden, er konnte massieren und besaß zudem chirupraktische Kenntnisse und machte mir sogar ein Tape am Ende der Behandlung. Er beherschte alles das, was die einzelnen Therapheuten vorher konnten und das Alles für 40 Lei (ca. 9 Euro). Die beste Behandlung zum billigsten Preis. Ich bedankte mich und beeilte mich aus der Gegend weg zu kommen, da es langsam dunkel wurde. Als ich in der Pension ankam, war Martin auch schon eingetroffen und wir guckten die neue Folge "Better call Saul"

Ausschilderung zum Transfaragasan Highway
Ausschilderung zum Transfaragasan Highway

Tag 28 (21.04) Sambata (ROU) - Ramnicu valcea (ROU)

Distanz: 161,2 km

Florin machte uns noch ein riesiges Frühstuck, bevor wir uns auf dem Weg zum Transfaragasan-Highway machten. Wir hatten schon viel von der berüchtigten Passsstraße gehört. Leider wussten wir auch, dass sie zurzeit nicht befahrbar und gesperrt war. Wir wollten trotzdem wenigstens einen Teil des Transfaragas sehen. Wir schauten uns die Passtraße für ein Stückchen an, bevor wir die Berge auf einer flachen Route umfuhren. Mit etwas Rückenwind schafften wir an diesem Tag 161 km. In einem Laden wurde uns sogar das Essen geschenkt, als wir von unserer Tour erzählten. An einem Fluss schlugen wir unsere Zelte auf und ließen den Abend bei einem üppigen Abendbrot ausklingen.